Auf den Spuren der Romanik

Text und Idee: Karl Engelmann
Karte: CR Landesamt für Vermessung und Geoinformation Bayern
Foto: Braunhuber

Radltour RomanikDer Mensch suchte im frühen und hohen Mittelalter beim Zusammenkommen im Gotteshaus Sicherheit und Geborgenheit. Erreicht wurde dies in erster Linie durch die architektonischen Mittel Raum, Masse, Fläche und Linie.

In unserem Gebiet finden sich noch an zahlreichen Orten romanische Bauteile an den Kirchen. Es wurden nicht so häufig bauliche Veränderungen vorgenommen wie anderswo. Dies ist eine Folge der geschichtlichen Entwicklung, geriet unsere Region doch in eine gewisse Randlage: Hier grenzten im Mittelalter die Bistümer Freising, Regensburg und Salzburg aneinander. Einflüsse suchten machtvolle Grafengeschlechter zu nehmen: die Aribonen, die Ebersberger, die Möglinger, die Dornberger, die Kraiburger die Grafen von Wasserburg-Kling und schließlich die Wittelsbacher. Deren Spuren mit dem Fahrrad zu verfolgen, lohnt sich.

Lohnende Aussichtspunkte finden sich zwischen Rimbach und Reibersdorf, bei Rottenbuch, nördlich von Polding am „Teufelsberg“  und in Loinbruck.

1)  Obertaufkirchen: Vom romanischen Bau aus der Zeit um 1200 sind noch das Westportal im Untergeschoss des Turmes und Backsteinfriese an der Südfassade des Langhauses erhalten. Sie gliedern sich in zwei Dreiecksbänder und drei „Deutsche Bänder“. ( + 2 km)

St.  Martin

 

(2)  Pfaffenkirchen: Schon um 790 wird eine Kirche erwähnt, welche vermutlich die ursprüngliche Pfarrkirche gewesen sein soll. Um 1500 wurden beim Umbau die Mauern des Langhauses aus Bruch- und Feldsteinen wieder verwendet. An der Nordwestecke ist am unteren Giebelende ein einfacher romanischer Kragstein zu sehen. ( + 1 km)

St. Stephan

(3)  Reibersdorf: Der Ort taucht erstmals 836 in Urkunden auf. Auch Ortsadel ist bezeugt. Das Gotteshaus besitzt noch einen Rechteckchor mit Rundbogenfriesen und „Deutschem Band“. Das aufgemauerte Kreuz wird in das 14. Jh. Datiert. (+ 3 km)

St. Nikolaus

(4) Rottenbuch: Die Kirche stellt vermutlich den Rest einer gemauerten Burg aus dem hohen Mittelalter dar. In Emporenhöhe findet sich in der südlichen Außenwand, die bis zu 2,10 m dick ist, der Eingang zum Obergeschoss. Östlich davon liegt die halbkrförmige Apsis. Ein Blick zur Decke erhascht ein

romanisches Gewölbe. ( + 2 km)

St. Johannes d. T.

(5) Englschalling: Im Süden und Osten ist das Gelände aufgefüllt worden, sodass der Turmhügel (die Motte) auf der das Gotteshaus einst stand, nicht mehr zu erkennen ist. Die romanischen Mauern aus Backstein verjüngen sich zweimal im Inneren. Sie sind an der Basis 1,07 m stark. Die Mauer ist um den Eingang durch einen rechteckigen Schrägsockel verstärkt und an der Oberseite durch ein „Deutsches Band“ geschmückt. Ähnliche Nachahmungen der Hirsauer im Schwarzwald sind aus Tankham, Pesenlern, Motting und Berndorf bekannt. ( + 7 km)

St. Johannes d. T.

(6)  Loinbruck: In der Zeit der Romanik wurden die Nord- und Südmauern des Langhauses errichtet. Davon kündet an jeder der beiden Wände ein Rundbogenfenster. (+ 5 km)

St. Martin

(7)  Wörth: Aus Feld- und Bruchsteinen be-steht der untere Teil der ursprünglich romanischen Langhausmauern. In der Spätgotik wurden sie mit Backsteinen überbaut. (+ 2 km)

St. Georg                           

Text und Idee: Karl Engelmann


Reibersdorf_St._Nikolaus