Stadt Dorfen Stadt Dorfen Stadt Dorfen

Wildland-Stiftung Bayern - Maßnahmen im Dorfener Moos für Kiebitz, Bekassine und Co.

Meldung vom 21.12.2020
Im November wurden im Dorfener Moos in drei Bereichen erdbauliche Maßnahmen durchgeführt, um den Strukturreichtum und somit die Artenvielfalt und insbesondere die Bedingungen für Vogelarten wie Kiebitz und Bekassine zu fördern.

Das BayernNetzNatur-Projekt „Natur.Vielfalt.Isental“ ist seit dem Jahr 2016 in den Landkreisen Erding und Mühldorf am Inn tätig und wird getragen von der Wildland-Stiftung Bayern sowie der Stadt Dorfen und den Gemeinden Lengdorf, Schwindegg, Obertaufkirchen und Rattenkirchen.

Das Isental ist Niedermoorgebiet, doch die früher vorkommenden artenreichen Feucht- und Streuwiesen sind durch die intensive Nutzung der industriellen Landwirtschaft weitgehend verschwunden, und mit diesen Lebensräumen auch zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Um diesem Trend etwas entgegenzusetzten wurde das Projekt „Natur.Vielfalt.Isental“ ins Leben gerufen.

Noch bis vor wenigen Jahrzehnten war das Isental mit seinen feuchten Böden und extensiven Wiesen regelmäßiger Brutplatz von wiesenbrütenden Vogelarten wie Kiebitz, Bekassine und Großer Brachvogel. Heute sind diese Arten praktisch nur mehr auf dem Durchzug anzutreffen. Einzig der Kiebitz brütet noch in geringen Zahlen im Thalhamer Moos und im Dorfener Moos. Doch auch die wenigen verbliebenen Brutpaare dieser Art kämpfen jährlich mit der zunehmenden Trockenheit, dem Druck durch Nesträuber und der intensiven Landnutzung.

Um den Lebensraum für den Kiebitz im Dorfener Moos zu verbessern, wurden im vergangenen Monat an gezielt ausgewählten Standorten Maßnahmen umgesetzt. Mit der Anlage von 3 Flachmulden und 2 Grabenabflachungen am Mooskanal innerhalb der beiden letzten verbliebenen Brutareale hoffen wir langfristig Erfolge für den Kiebitz, aber auch Arten wie die Bekassine, das Blaukehlchen, Libellen und verschiedene Amphibien- und Insektenarten zu erzielen. Bereits im vergangenen Winter konnten 2 Flachmulden angelegt werden, welche nun durch die neu angelegten Strukturen ergänzt werden. Als Flachmulden bezeichnet man flache Gewässer, welche einen wechselnden Wasserstand aufweisen und in den Sommermonaten auch phasenweise kein Wasser führen können, aber am Besten immer einen feuchten Boden aufweisen. Solche Bereiche sind das perfekte Nahrungshabitat für Vogelarten wie den Kiebitz und insbesondere auch die Bekassine, den Waldwasserläufer oder die Uferschnepfe, welche den feuchten Boden mit ihrem langen Schnabel nach Insekten und Würmern durchsuchen können. Auch Insektenarten wie zum Beispiel die seltene Sumpf-Heidelibelle sind perfekt an solche temporär wasserführenden Habitate angepasst. Gräben und deren Randbereiche spielen insbesondere in landwirtschaftlich stark genutzten Landschaften eine wichtige Rolle als Rückzugsgebiet, Lebensraum und Nahrungshabitat für viele Pflanzen und Tiere, und haben daher eine große Bedeutung für den Biotopverbund. Durch eine Aufweitung des Grabenprofils und die Abflachung der Uferböschung entsteht eine erweiterte Feuchtgebietsstruktur als Übergangszone zwischen Land und Wasser, welche vielen Pflanzen- und Tierarten als Lebensraum dienen kann.


Bild 1: Neuanlage einer Flachmulde im zentralen Dorfener Moos (©U. Kay-Blum)


Bild 2: Grabenaufweitung am Mooskanal im November 2020 im Dorfener Moos (©C. Schwitzke)


Bild 3: Kiebitz im Isental (©Erwin Wolf)

Artikel der Wildland-Stiftung Bayern
Kontakt: Christoph Schwitzke
Tel. 08081/95 33 600
christoph.schwitzke@wildland-bayern.de

Bei Fragen und Anregungen freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme: Das „Natur.Vielfalt.Isental“-Projektbüro befindet sich am Unteren Marktplatz 15 in Dorfen. Sie erreichen uns telefonisch auch unter der Nummer Tel. 08081/95 33 600.

Kategorien: Leben in Dorfen